Über den Umgang mit Unternehmern

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

ich habe nun doch schon so einige Lenze als Unternehmer auf dem Buckel. Daher habe ich auch schon so allerlei Erfahrungen mit Kunden gemacht. Dies nehme ich hiermit zum Anlass um einmal über den Umgang der Kunden mit uns Unternehmer zu sprechen.

Vorweg darf ich festhalten, dass nicht alle Unternehmer glich sind. Wie überall in der Gesellschaft gibt es auch bei uns schwarze Schafe. Und um es vorwegzunehmen, auch nicht jeder Unternehmer verhält sich stets korrekt zu seinen Kunden. Oder zumindest jedes Unternehmen, denn oftmals sind es ja die Mitarbeiter die sich falsch oder ungebührlich gegenüber den Kunden verhalten. Was nicht immer zu Reputation der Firma beiträgt.

 

Ich könnte hier weiter ausholen und über die Schwierigkeit geeignetes Personal zu finden berichten, werde mir dies aber an dieser Stelle sparen und separat einmal darüber berichten.

Heute bekommen die Kunden mal ihr Fett ab.

 

Zuerst mal ein paar Beispiele:

Kunde 1: Ja Herr Baumeister ich bin mit ihren Leistungen zufrieden, es passt alles und ist so wie ich es wollte. Aber ich zahle die Schlussrechnung nicht, denn ich bin 92 Jahre alt und krank und wenn sie mich klagen überlebe ich das sowieso nicht. Schönen Tag noch.

Ja er hat nicht unrecht! Art ist das keine wie ich finde. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass ich mit den von mir generierten Steuergeldern auch die Pension von diesem Herrn finanziere.

 

Kunde 2: Warum soll ich das bezahlen? Nein sicher nicht! Ich habe ihnen, werter Herr Baumeister, einen Auftrag gegeben und da muss das alles drinnen.

Dabei spielt es keine Rolle, dass man Nachträge in Bautagesberichten festhält und / oder per Mail übermittelt. Das man Teilwiese sogar Freigaben bekommt. Es wird einfach nicht bezahlt, denn der Baumeister ist ja e Reich und der hätte ja wissen müssen, dass der Kunde entgegen dem Plan und dem Angebot anstelle von Fliesen, massiven Marmor wünscht. Und natürlich ist es der Fehler des Baumeisters und der darf das doch daher gar nicht verrechnen, auch nicht wenn er vorher auf die Vertragspunkte verwiesen hat und  auch noch einen Nachtrag gestellt hat.

 

Kunde 3: Ich verklage Sie auf Mängel Herr Baumeister. Denn Sie haben nicht auf meine Aufforderungen reagiert diese zu beheben. Antwort meiner Person also des Herrn Baumeisters lapidar: Entschuldigen Sie lieber Kunde, aber auch wenn ich Baumeister bin habe ich bei Ihnen nicht gearbeitet! Ich habe ihnen lediglich Material geliefert und auch nur dieses verrechnet. Wenden Sie sich bitte an den der es verarbeitet hat.

Dem Kunden war und ist das Egal, meine Rechnung für Material wird nicht bezahlt obwohl geliefert und verarbeitet und ich kann mich vor Gericht herumschlagen.

 

Kunde 4: Ja ich bestelle hier im Beisein des Eigentümers des Hauses in dem wir uns befinden und im Beisein von Ihnen Herr Baumeister sowie Ihrer Mitarbeiterin dies und da. Hier sind meine Kontaktdaten. Da bitte die Rechnung hin. Dieser Rechtstreit dauert nun schon 2,5 Jahre! Die Richterin hat mir zugesprochen dennoch habe ich bis dato kein Geld gesehen.

 

Kunde 5: Nein, Herr Baumeister, der Kollege eines Schwagers von mir hat mir gesagt, dass Sie das so nicht machen sollen, sondern so. Und der ist zwar gelernter Bäcker bar schon seit 35 Jahren bei einer Pflasterfirma beschäftigt.

Ja toll, wenn es um eine tragende Betonwand geht.

Noch besser, wenn der Herr Kunde, dass dann auch noch den Arbeitern in meiner Abwesenheit anschafft und die das machen.

 

1.   Ich bin sage und schreibe 20 Jahre in Ausbildung gewesen (Berufsbegleitend wohl gemerkt und inkl. Pflichtschule)

2.   Ich habe die Konzessionsprüfung für da Baugewerbe erfolgreich abgeschlossen.

3.   Ich bin der jemals jüngste vereidigte Sachverständige für den Hochbau.

4.   Und ich führe seit Jahren nun schon erfolgreich eine Baufirma.

Witzig, wenn dann ein gelernter Bäcker der bei einem Pflasterer arbeitet einem Fluglotsen erklärt was der Baumeister falsch macht und wie man es wirklich macht. Noch witziger, wann man dem Fluglotsen dann sagt, dass das Schwachsinn war und dass er jetzt mit Mehrkosten zu rechnen hat. Am witzigsten ist dann allerdings, wenn man dafür verklagt wird, weil man Baufehler gemacht hat.

 

Bitte es sind nicht alle Kunden so, aber doch so einige immer wieder. Und auch wenn ich jetzt jemanden auf den Schlips täte, aber bitte, lassen sie uns arbeiten! Ich erkläre ja auch nicht dem Fluglotsen wie er seien Arbeit zu verrichten hat nur weil ich schon mal als Passagier in den Urlaub geflogen bin oder weil mein Onkle Schaffner bei der ÖBB ist.

 

Werte Kunden, ich bitte zu berücksichtigen, dass wir auf Grund von Erfahrung aber auch Ausbildung handeln. Bauen ist keine exakte Wissenschaft! Es ist viel Bauchgefühl aber auch viel Erfahrung und Ausbildung erforderlich um so etwas machen zu könne und zu dürfen. Da kommt es schon mal vor, dass etwas sehr unlogisch oder gar unrichtig aussieht aber doch korrekt ist. Vieles am Bau ist auch provisorisch und wird nur temporär benötigt. Da kommt e es auch vor, dass so etwas für einen Kunden dann fehlerhaft aussieht.

 

Gern diskutieren wir mit ihnen ihre Wünsche und erörtern auch das Für und das Wieder mit ihnen. Wir erklären ihnen gern in Ruhe auch wie etwas zu Stande gekommen ist. Es steht ihnen Frei bereits vor Baubeginn eine Bauaufsicht zu bestellen die uns überwacht. Wir sind nicht fehlerfrei, aber auch keine Idioten. Wir erklären ihnen nicht, wie Sie ihre Arbeit zu machen haben also lassen Sie uns auch unsere Arbeit machen.

 

Betreffend Sonderwünsche, bieten wir diese in der Bauphase gerne an, aber wenn wir etwas für Sie machen sollen, was nicht im Plan und / oder Angebot steht müssen Sie verstehen, dass dies mit Kosten verbunden ist. Diese müssen wir Ihnen somit überbinden, wenn sie die Leistung haben wollen.

 

Es hat einen Grund, warum man in Österreich noch ein paar reglementierte Gewerbe hat, Gewerbe für die man eine Ausbildung nachwiesen können muss. Ich selbst habe die Baumeisterprüfung einst abgelegt, diese ist jedem Zugänglich, der das 19 Lebensjahr abgeschlossen hat. Eine Vorbildung ist nicht erforderlich. Aber danach 5 Jahre in leitender Tätigkeit um anmelden zu können. All das hat Gründe und wie ich finde seine Berechtigung.

 

Ähnlich verhält es sich bei Sachverständigen. Jeder darf sich Sachverständiger schimpfen, wenn er der Meinung ist auf einem Fachgebiet ein entsprechendes Wissen zu haben. Sinnvoller ist es jedoch, sich eines zertifizierten, also eines gerichtlich beeideten Sachverständigen zu bedienen. Nur bei diesen ist gewährleistete, dass diese über eine entsprechende Ausbildung verfügen und sich stetig weiterbilden. Denn tun sie dies nicht oder können dies bei der Rezertifizierung alle 5 Jahre nicht nachwiesen wird diese Berechtigung entzogen.

 

Jeder Bauherr hat übrigens das Recht sich einer ÖBA zu bedienen. Auch hier würde ich einen Baumeister empfehlen. Viele Unternehmer und Personen bieten diese Tätigkeit an. Dürfen tun es allerdings nur Baumeister und Ziviltechniker. Dies finde ich übrigens absolut richtig. Denn ich kann nicht von einem Ingenieur oder sonst jemanden verlangen, dass er die komplexen Wissensstände hat und die Zusammenhänge versteht. Denn dann kann wieder oben genannte passieren.

 

Für weiter Fragen, darf ich Ihnen die Blogartikel ÖBA und wer dar was am Bau empfehlen. Natürlich stehe ich auch gern persönlich zur Verfügung.

 

Abschließend darf ich noch einen Satz auf den Weg mitgeben: "Wir Unternehmer generieren 100% aller Jobs und Steuereinnahmen!" Dies bitte nicht vergessen. Danke!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

DI Robert Peterlik GmbH 

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