Lean Construction

Oder auch Lean Management ist bezogen auf die Baubranche. Ein System um Abläufe ab der Planungsidee bis zur Nachverwertung zu koordinieren und zu optimieren. Es sorgt dafür, dass einerseits Kosten für den Kunden gespart werden und zum anderen dafür, dass es nicht zu Überschneidungen in der Ausführung kommt.

Im Grunde ist das System relativ einfach. Es basiert auf der Idee, dass ein Planer ab einer gewissen Projektgröße nicht mehr in der Lage ist optimal für den Kunden zu agieren. Es gibt im Grunde keinen Planer, unabhängig der Ausbildung, Qualifikation und Erfahrung, der alle Fachbereich perfekt beherrscht und optimal im Sinne der Ressourcen Einsparung plant.

Der Kunde bekommt in gewohnte Manier einen Ansprechpartner, im Normalfall den Architekten oder Baumeister. Dieser fungiert jedoch nicht einfach nur als Projektleiter oder Planer sondern per Definition eher als Projektsteurer. Er koordiniert die einzelnen Fachplaner und bildet die Schnittstelle, zwischen Kundenwunsch und Projektbeteiligten.

Im Grunde holt er sich, wie bei üblichen Projekten, neben einem Baumeister oder Architekten der die Architekturplanung und gegebenenfalls  Polierplanung oder Ausführungsplanung macht, auch Fachplaner in Bezug auf Haustechnik, Elektrotechnik aber auch Brandschutz und Tragwerksplanung. Ergänzend zu diesen Fachplanern, werden ggf. auch noch weitere Firmen eingeladen, wie etwa ein Trockenbauer, oder den Estrichleger. Im Stadium der Planung werden neben den Planern auch die ausführenden Gewerke eingeladen. Somit finden Theorie und Praxis oder eben Planung und Ausführung zusammen. So werden Überschneidungen meist bereits in der Planungsphase ausgeschlossen oder zumindest optimiert.

Ein spezielles System dieses Denkansatzes ist übrigen das „Last Planer System“. Dabei geht man davon aus, dass der letzte Planer auf der Baustelle der Polier ist. Er liest die Pläne und entwickelt gegebenenfalls direkt an Ort und Stelle Detaillösungen. Um die Abläufe beim Bauen nicht zu stören, ist es notwendig, dass bereits in der Planung Eventualitäten und Abläufe berücksichtigt werden.

So kann beispielsweise ein Estrichleger in der Planungsphase bereits bekannt geben, dass erweiterte Dehnfugen braucht, oder aber auch, dass es terminlich nicht möglich ist, dass der Fliesenleger 2 Wochen später darauf arbeitet, da laut Terminplan der Estrich m Februar eingebracht wird, und daher davon auszugehen ist, dass der Estrich eine Woche mehr zum Trocknen braucht wegen der Kälte. Oder aber auch da zugeheizt werden muss damit der Estrich nicht schüsselt wenn er unregelmäßig trocknet.

Neben den oben genannten Optimierungsmöglichkeiten bietet dieses System auch die Möglichkeit den Bauzeitplan zu optimieren. Dabei entwickelt der Planer den grundlegenden Bauzeitplan nach den üblichen Abläufen. Mit dieser Basis werden nun sowohl die Fachplaner, und was noch viel wichtiger ist die zukünftigen Professionisten eingeladen. Denn niemand weiß besser als der Innenputzer ob er im Dezember den Innenputz machen kann und welche Gewerke bis dahin bereits fertig sein müssen. Auch weiß der Installateur welche Leitungen er vor dem Innenputz legen muss und welche er auf keinen Fall legen darf, da ansonsten der Innenputzer darauf steigt du diese bei seiner Arbeit beschädigt.

Neben den Professionisten welche genau wissen, wann es idealer ist mit ihrem Gewerk einzusetzen du was Zeit spart, werden dabei auch Aspekte berücksichtigt, wie etwa die Witterung, klimatische Bedingungen, temporäre Bausperren wie etwa in Seengebieten oder aber auch verfrühte Wintereintritte in hohen Gebieten.

Ist der Planer nun in Kenntnis aller Parameter passt er den Zeitplan basierend auf den Agaben der Fachplaner aber auch der ausführenden Firmen an. Nun hat er noch die letzte Ungewisse zu kalkulieren. Dabei handelt s sich um den Menschen an sich. Denn neben der Tatsache, dass Menschen fehlbar sind, kann es auch zu Materialengpässen führen oder Lieferungen durch höhere Gewalt ausfallen oder sich verspäten. Denn wie heißt es denn im Volksmund. Wo gehobelt wird fallen Späne. Oder eben wo gearbeitet wird passieren Fehler.

Ideal in diesem Zusammenhang ist es natürlich auch ie entsprechenden Lieferanten der Hauptstoffe zu den maßgebenden Besprechungen beizuziehen. Eventuell ist auf Grund der zu erwartenden Witterung zum Einbringungszeitpunkt mit Aushertungsverzögerungen durch chemische Reaktionen der Zuschlagsstoffe zu rechne, oder es kann wie oben erwähnt zu Lieferengpässen führen, da der Lieferzeitpunkt in der Hauptsaison liegt.

Es ist jedoch durchaus zu beachten, dass mit dieser Vorgangswiese mit teils erheblichen Projketvorbereitungskosten zu rechnen ist. Hier ist vom Generalplaner vorab zu ermitteln ob dies in Relation zur Projketgröße dafür steht. Denn realistisch betrachtet sind derart umfangreiche Vorarbeiten nur sinnvoll, wenn der damit zu erzielende Gewinn in der Ausführung höher ist als die Entwicklungskosten.    

Sollte es zu Lean Construction kommen, kann ich als Planer nur empfehlen auch gleich den Generalplaner mit der Aufgabe des Planugskoordinators zu beauftragen. Der Planungskoordinator macht im Grunde nichts anderes als die oben definierte Tätigkeit jedoch nicht in Bezug auf die Bautechnik sondern in Bezug auf die Sicherheit der einzelnen Arbeiter aller Gewerke. Der Planungskoordinator wird im Gegensatz zum Baukoordinator, welcher die Meldung beim Arbeitsinspektorat macht du die Sicherheit in der Bauphase überwacht, nicht gesetzlich vorgeschrieben. Es herrscht im Sinne des Bauarbeitekoordinationsgesetzes keine Verpflichtung sich eines solchen zu bedienen. Ich kann es jedoch ab einer gewissen Projketgröße nur empfehlen sich eines solche zu bedienen. Insbesondere wenn es bei dem Projekt zu Lean Construction kommt. Denn damit kann die Unsicherheit auf menschliches Versagen und Unfälle zwar nicht ausgeschlossen werden, aber es handelt sich um einen weitern Faktor welcher im Vorfeld minimiert werden kann. Abläufe können mit Fachplanern und zukünftigen Professionisten in Bezug auf die Sicherheit optimiert werden.

Abschließend möchte ich kurz auf die Tätigkeit des Projektsteuerers verweisen. Ideal ist es wenn ein solcher ab Inangriffnahme eines Projektes beauftrag wird und alle Planer und Gewerke koordiniert. Da der Projektsteuerer auch im Normalfall bis zum ende also bis zur endgültigen Verwertung (Verkauf, Vermietung, Bezug) am Projekt beteiligt ist. Somit ist er vom Anfang bis nahezu zum Ende des Lean Construction am Projekt beteiligt. Denn irgendwann  übergibt er an die Hausverwaltung oder den Eigentümer was im Lean Construction System nicht vorgesehen ist. Denn hier ende die Tätigkeit mit Abbruch des Objektes am Ende der Nutzungsdauer und umfasst somit auch sämtliche Adaptierungen und Sanierungen. Selbstverständlich kann di Projketsteuerung auch vom Generalplaner übernommen werden welche auch das Bau- und Planungskoordinat übernehmen darf. In dieser Person vereint darf auch der Prüfingenieur sein sofern dieser gewünscht und vorgeschrieben ist.

Geren unterbreiten wir Ihnen für einzelnen, aber auch für alle oben angeführten Tätigkeiten ein Angebot.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

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