Der feine Unterschied in der Denkweise

Ich muss gestehen, es ist erstaunlich wie die Denkweise einiger Menschen aussieht. Immer wieder kommt es vor, dass mich die mentale Einstellung von Exemplaren des Homosapiens erstaunen. Verwirrend wie so machen Menschen ticken.

 

Man stelle sich vor, man sitzt mit einem Menschen zusammen, der mit deutlich über 30 Jahren nach rund 12 Jahren Studium seinen Magister in einer medizinischen Geisteswissenschaft nun endlich erhalten hat. In dieser monumentalen Spanne der geistigen Weiterbildung auf Hochschulniveau niemals wirklich gearbeitet hat, und dennoch überzeugt ist, einen nahezu legendären Lebenslauf vorweisen zu können mit der im alle Türen offenstehen.

Gut ich bin da wohl kein Maßstab habe ich doch berufsbegleitend neben einem Vollzeitjob im 40 Stunden Bereich einer weiteren Geschäftsführung nebenbei ein Doppelstudium in Mindestzeit hingelegt und zwischendurch die Prüfung zum allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen bestanden. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Gut, besagte Person hat in den rund 12 Jahren Vollzeitstudium in etwa 2 -3 Jahre geringfügig in einem namhaften Einzelhandelsbetrieb gearbeitet. Ansonsten kann die Person unbestätigten Aussagen nach keiner Berufserfahrung nachweisen. Eigenartig in diesem Zusammenhang ist auch, dass uns bei unserem letzten Zusammentreffen seitens der Dame begrifflich gemacht wurde, dass wir ja gar nicht wissen was wir in WhatsApp, Facebook und Co an Bildern posten und schicken dürfen und was nicht, weil das ja irgendwann im Internet landen kann und besonders wenn man jetzt Fotos von Kindern schickt. Ja. Witzig, gelernt hat genannte Person die Handhabung des WWW in einem Kurs wie man sein Xing Profil richtig gestaltet. Witzig deshalb, weil die Person kein Profil hat. Woran das wohl liegen könnte kann ich nur mutmaßen.

Interessant auch, dass WhatsApp Nachrichten, die ja offenkundig böse sind wie oben deponiert, seit Studienabschluss nicht mehr „tschüss“ enden oder ähnlichem, sondern mit „Liebe Grüße Name und akademischer Grad“. Ja, der Freundeskreis war und ist informiert! Eventuell sollte ich das auch machen und neben meiner beruflichen Korrespondenz meine volle Betitelung auch auf die privaten Schriftstücke unabhängig des Mediums austeilen.

Sehr geehrte Frau Peterlik liebes Schatzi, …. Blablabla …. Dein SV Bmstr. Ing. DI(FH) Robert Peterlik MSc.

Ich glaub da habe ich nicht nur die Scheidung, sondern auch ein kostenloses Inserat in der lokalen Zeitung. Etwas Sarkasmus sei mir gegönnt an dieser Stelle.

 

Übrigens sucht sie nun ja schon seit geraumer Zeit einen Job. Nämlich genau seit sie fertig ist mit dem Studium. Davor war das mit dem Studieren ja nicht zu vereinbaren. So ein Studium ist ja auch harte Arbeit und gestatte temporär keine Nebenbeschäftigung. Da muss auch die Putzfrau kommen und sich um die Wohnung zumindest wöchentlich kümmern, denn mehr als Studieren war natürlich, wieder unbestätigten Aussagen nach, nicht zeitgleich nicht möglich.

 

Also besagte Person hat sich für eine Stelle beworben bei der es aber nur 5 Jobs oder so in ganz Österreich gibt die alle besetzt sind. Das war natürlich nix und so wurde das Spektrum etwas ausgedehnt. Minimalst wohl gemerkt. Auf nun gefühlte insgesamt 10 Stellen in der gesamten Republik. Man glaubt es kaum, die Person wurde zu einem Vorstellungsgespräch geladen. Wohl gemerkt aufgrund der noch immer vertretenen Ansicht, dass sich der Lebenslauf ja sehen lassen kann. Zum großen Erstaunen wurde es nichts mit dem Job. Und so sitzt man nun da und bewirbt sich weiterhin nirgendwo. Denn und jetzt kommt es: Als Akademiker kann man sich ja nicht irgendwo bewerben. Bewerbungen werden nur dort hingeschickt wo es perfekt wäre zu arbeiten. Für Personen ohne akademischen Abschluss ist das natürlich nicht verständlich.  

Also auf gut deutsch, wer keinen akademischen Grad hat versteht nicht warum man nicht einfach irgendetwas arbeitet um Praxis zu sammeln und in naher Zukunft den Traumjob zu bekommen.

Bis dato musste ich arbeiten um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Auch dann als ich zuerst eine Standesbezeichnung hatte und dann einen Meisterbrief und sogar als ich ein Doppelstudium innehatte. Irgendwas dürfte ich falsch machen. 

 

Erklärt wurde uns auch, zu unser aller großen Erstaunen, die wir da als Berufstätige in der Runde saßen, dass es sowieso unmöglich ist sich irgendeinen Job zu suchen. Denn zum einen ist es extrem anstrengend auf Jobsuche zu sein und zum anderen, Kellnern oder so geht man doch nicht wenn man Akademiker ist. Und auch ein Job im Fachbereich der einem eben nicht so zusagt ist kein Thema. Aber Notstandshilfe beziehen kann man. Dafür ist man sich nicht zu schade. Denn man hat ja schon, auf Grund der omnipotenten Karriere, Unmengen in den Sozialtopf einbezahlt und nun ist es an der Zeit daraus zu schöpfen. Ja.

Mich persönlich würde ein diesem einen konkreten Fall ja interessieren, ob die Person von der Sozialversicherung auch immer so ein Schreiben bekommt worauf steht was sie bis dato als Pension bekommt, wenn sie mit heute geht. Einstellig oder negativ?

Na gut, meine Frau hat kein Studium, musst aber immer für ihren Lebensunterhalt arbeiten und arbeite schon doppelt so lange wie jene Person deren geistigen Ergüssen diese äußerst befremdliche Ansichtssituation entsprungen ist studiert hat. Gleich alt sind die beiden Herrschaften übrigen in etwa. Vielleicht hat meine werte Gattin, es deshalb nicht verstanden. Aber was ist dann mit mir? Ich habe mir diese Ansichten ja auch anhören müssen und es überschritt meine Auffassungsgabe und zu meiner Verteidigung sei angemerkt, dass ich über ein Doppelstudium verfüge. Welches ich, bitte entschuldigen Sie dies Ausschweifungen, ich später berufsbegleitend begonnen habe und dennoch um Jahre früher fertig hatte. Daran erkennt man wohl, dass ein Studium nichts mit sozialer Intelligenz zu tun hat. Na wenigstens habe ich als Wirtschaftsabsolvent ein wenig ökonomische Kompetenz und weiß mit wie viel ich in Pension gehen werde und wann.

Interessant an dieser Person ist übrigens auch der Partner in der Beziehung der dies augenscheinlich, oder zumindest uns gegenüber nicht nur gutheißt, sondern dezidiert verteidigt. Ebenfalls ein Akademiker in nicht überprüfbarer Führungsposition. Mit vollem Enthusiasmus stand die Person hinter den Idealen und der Meinung des Partners. Für mich völlig unbegreiflich. Aber gut ich unterstelle, dass es nur in der Öffentlichkeit so ist. Der berufstätige Teil dieser Beziehung finanziert übrigens auch Urlaub, Leben, Wohnung und was sonst noch so anfällt im Alleingang.

Genannte nicht bestätigte Führungsperson war auch der Ansicht, dass ein Angestellter in seiner Führungsebene wie ein Unternehmer zu behandeln ist. Insbesondere im Bezug auf Urlaub, denn eine Führungskraft kann auch nicht einfach in Urlaub fahren und abschalten. Gut zum einen kann ich die Führungsposition trotz Recherche nicht finden und zum anderen, so ein Schwachsinn. Ich war jahrelang selbst im oberen Management von teilweise international agierenden Unternehmen angesiedelt und habe Urlaub gemacht. Ja es ist nicht so einfach wie für einen kleineren Angestellten, aber dennoch geht es. Jetzt als Unternehmer ist das schon etwas mühsamer geworden und ging eine gewisse Zeit gar nicht. Mittlerweile genieße ich den Luxus über ein kompetentes Team zu verfügen die auch mal eine Woche ohne mich überleben. Aber dennoch bin ich als Unternehmer verantwortlicher als Führungspositionist.

 

Naja ich würde gern mal mit so einer Person tauschen die solche Thesen aufstellt und niemals Unternehmer oder auch nur selbstständig war oder überhaupt je richtig gearbeitet haben. Solche Leute wissen nicht wie es ist, wenn man für seine Leistung auf sein Geld warten muss, weil die Gegenstelle einfach nicht zahlen will oder kann. Solche Personen wissen auch nicht was es bedeutet zuerst Gehälter und Finanzamt zu bedienen und erst dann an die eigene Tasche zu denken sofern noch was übrig ist. Menschen die so denken begreifen auch nicht, dass sie weiterhin Geld bekommen, wenn sie im Urlaub sind oder krank. Sie berücksichtigen auch nicht, dass sie die Arbeiterkammer haben die sie vertritt und auch dann für Ihre Rechte und deren Geld kämpft, wenn der Unternehmer untergegangen ist und selbst nichts mehr hat.

Alles Aspekte die ein Unternehmer kennt, eine Person einer echten gehobenen Führungsposition eventuell erahnt aber niemals kennen wird.

Ich wünsche jedem der so denkt einmal ein Quartal mit mir zu tauschen und sich selbst verdient zu machen und dann soll er Steuern und Gehälter zahlen!

 

Selten habe ich so ein Schwachsinn gehört wie an diesem Tag von diesem Paar. Unglaublich wie überheblich und verblendet man sein kann. Unser Österreich brachte Top Akademiker hervor. Ja sogar so einige Nobelpreisträger aber bei sowas zweifle ich an mir als Nettozahler in den Sozialtopf sowie an unserem Bildungssystem. Ein System das immer schlechter wird und den Absolventen immer mehr erklärt wie gut sie nicht sind und was sie nicht verdienen werden du den Traumjob können sie sich sowieso aussuchen.

Viel Erfolg all diesen Menschen! Aber nicht raunzen wenn ich zu Berufszeiten mehr habe als ihr und eine Pension in vollem Ausmaß erhalten werde weil ich eben einbezahlt habe und ihr nicht.

 

DI Robert Peterlik GmbH

 

 

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