BUAK die 2te

Oder wie man die Wirtschaft schädigt und Arbeitsplätze vernichtet.

 

Per Mai:

Von: DI Robert Peterlik [mailto:pero@perodast.at]
Gesendet: Montag, 4. September 2017 17:10
An: 'Scheibstock BUAK' 
Betreff: Die BUAK und ich. 

 

 

Sehr geehrte Frau Scheibstock,

 

zu Ihrer geschätzten Information teile ich Ihnen mit, dass ich mit Freitag dem 2.9.2017 den letzten BUAK pflichtigen Mitarbeiter abgemeldet habe. Als kleines Unternehmen in der Privatwirtschaft ist der Aufwand weder zeitmäßig noch wirtschaftlich tragbar. Es ist mir als HFU gelistetes Unternehmen, sprich als Firma, welche nachweislich stets korrekt (mindestens die letzten drei Jahre) sämtliche Sozialbeiträge pünktlich abgeführt hat, unverständlich welche Lebensberechtigung Ihre Vereinigung, ökonomisch betrachtet, in diesem Fall, hat. Mir ist das BUAG (Bauarbeiterurlaubs- und Abfertigungsgesetz) selbstverständlich vertraut. Der Zeitaufwand, welchen ich täglich betreiben muss um die Eingaben aktuell zu halten, steht in keiner Relation zum Nutzen. Wobei ich festhalten muss den Nutzen bis dato noch gar nicht verstanden zu haben. Im Grunde überweise ich Ihnen Geld, mache Ihre Arbeit bzw. jene der Lohnverrechnung / des Steuerberaters und muss dafür zahlen. Grundsätzlich ist die Idee ja gut, dass man Firmen verpflichtet ihre Sozialleistungen direkt an ein Konto zu überweisen, damit im Ernstfall, z.B. bei Konkurs, diese Gelder gesichert sind. Was ich jedoch nicht in Ordnung finde ist das EDV System mit welchen Sie die Betriebe knebeln. Es ist ein sinnloses System in welches man Daten mehrfach eingeben muss. Die Hilfestellung ihrer Hotline ist ein Witz. Am schlimmsten ist jedoch, dass auf Schulungstermine Monatelang gewartet werden muss und diese dann auch noch zu zahlen sind!

Im Klartext: Ich überweise Ihnen Geld das eventuell mal für meine Arbeiter ist. Somit kann ich es nicht auf ein Konto legen und verliere neben Bonität und Liquidität auch noch meinen Zinsgewinn. Abgesehen davon muss ich wesentlich mehr bezahlen als meine Mitarbeiter jemals wieder herausbekommen können, denn ihr Apparat muss ja finanziert werden. Da mir das Know-How als studierter Wirtschaftler fehlt, ihr System zu durchblicken und mir keine Schulung angeboten wird, muss ich mich eines externen Experten bedienen der mir diese Arbeit abnimmt. Der kostet wesentlich mehr als mein Steuerberater der auch die Lohnverrechnung für meine Angestellten erledigt, da diese Materie kaum noch von Steuerberatern angeboten wird. Auf einen Erlagschein, oder zumindest eine Mail, was ich nun monatlich an Sie abführen darf warte ich vergebens. Nur Mahnungen kommen mit der Post. Gut, dass ich auf Erlagscheine bzw. auf Zahlungsinformationen zusenden extra klicken muss um diese zu bekommen war selbst für mich überraschend. Aber jetzt funktioniert es ja. Übrigens, Mahnungen schicken sie schnell und gerne und wenn man fragt wohin denn die Zahlungsaufforderung gegangen ist heißt es nur an den Steuerberater.

Zahlt man einmal nicht wird man in Konkurs geschickt. Oftmals Firmen denen es ausgesprochen gut geht und wegen Kleinstbeträgen. Sicherlich auch weil die einfach nicht wissen wo sie sich die Infos holen müssen was zu zahlen ist.

Werte Frau Scheibstock, mir ist bewusst, dass Sie sich sicherlich täglich mit verärgerten Unternehmern wie mir herumärgern müssen. Dennoch gestatte ich mir hier meinen Standpunkt und meine Meinung zu vertreten. Ich habe mir als Funktionär der Innung Bau Burgenland bereits erlaubt einen Abänderungsantrag zum BUAG an die Bundesinnung zu initiieren. 

Als ökonomisch, und zwar in punkto monetär und temporär, denkender Unternehmer des Mittelstandes sowie als Baumeister und Unternehmensberater aber auch als Kommunalpolitiker, ehemaliger Kammerrat und langjähriger Funktionär der Innung Bau kann und will ich diesen unbefriedigenden wirtschaftsschädigenden Zustand nicht dulden.

Jawohl, wirtschaftsschädigend. Ihre Institution die BUAK schädigt die österreichische Wirtschaft ständig und nachhaltig in ungeahntem Ausmaß! Unternehmen wie das meine, sind mit ausländischen Firmen in der gleichen Größenordnung nicht konkurrenzfähig. Neben der deutlich und unbestreitbar höheren Steuerlast welche wir im Gegensatz zu Ungarn oder der Slowakei zu tragen haben, haben wir auch noch die Institution der BUAK zu finanzieren. Gerne erörtere ich mit Ihnen, wie viel Ungarn jährlich an die BUAK oder aber auch das Zentralfinanzamt Graz zu bezahlen hätte, es aber nicht tut. Oder erkläre Ihnen die Vorteile der Direktversteuerung von GmbHs mit einer Flattax von unter 20% Endversteuerung in der Slowakei. Glauben Sie mir, was diese Dinge angeht, bin ich auf Grund meiner Kammerfunktion up to date.

Man kann sich als Politiker jegliche Partei über die Arbeitslosigkeit beschweren, man kann es auch als Privatperson die davon betroffen ist, man muss es aber als Unternehmer! 100% aller Steuergelder werden von Unternehmern generiert. Ja 100%! Nur ein Unternehmen macht Umsatz, versteuert diesen, schafft Arbeitsplätze und somit Einkommen was widerrum versteuert wird und Vermögen schafft, welches widerrum direkt oder durch die Kaufkraft zu Steuern führt!

Sie zerstören Unternehmen durch Ihre Forderungen und die vielen Konkursanträge! Somit vernichten Sie Steuereinnahmen, schädigen die Wirtschaft aber auch die Kunden dieser Unternehmen und vernichten erbarmungslos Arbeitsplätze.

Es ist bedauerlich, dass unser Gesetzgeber dies nicht versteht, nicht sieht, nicht sehen will oder mit voller Absicht macht. Ich jedenfalls werde mich hüten jemals wieder Arbeiter anzustellen. Denn zu verdienen ist am Bau mit österreichischen Preisen und Abgaben sowieso nichts mehr.

Abschließend gestatte ich mir noch auf die nicht nur aktuelle, sondern wiederkehrende und seit jeher gleichlautende Statistik der Statistik Austria in Bezug auf Krankenstände hinzuweisen. Dies besagt eindeutig, dass Unternehmer und Selbstständige wesentlich seltener krank sind und auch bei weitem nicht so lange krank sind wie Arbeitnehmer. Dennoch werden wir in allen Belangen der Gesundheitsversorgung, Arbeitslosenversorgung und Altersversorgung schlechter gestellt. Für uns gibt es keine BUAK die uns fängt, wenn etwas passiert! Was aus meiner subjektiven Sicht völlig irrwitzig ist. Fällt der Unternehmer aus, fällt das Unternehme aus und somit die Arbeitsplätze weg. Die Mitarbeiter sind in diesem Fall größtenteils abgesichert. Der Arbeitgeber der jahrelang für diese Herrschaften gesorgt hat fällt jedoch größtenteils durch den Rost und muss sich sogar seine Arztbesuche teilweise selbst bezahlen.

Ich würde mich wirklich freuen, wenn Sie kurz einmal meine Sichtweise einnehmen können und dabei meine Worte revuepassieren lassen würden. Und bitte nicht persönlich nehmen, so ist es nicht gemeint. Aber ich bleibe beim Büropersonal.

 

Mit freundlichen Grüßen

DI(FH) Robert Peterlik MSc

Geschäftsführender Gesellschafter

 

DI Robert Peterlik GmbH

 

Frau Scheibstock war zwar recht nett zu mir und auch meistens erreichbar. Aber als Außendienstmitarbeiterin einfach nicht für alles zuständig. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gretka (Samstag, 26 Mai 2018 11:50)

    Nachdem ich Ihre "BUAK die 3te" (leider erst heute) gefunden und mit Begeisterung gelesen habe,
    habe mich auf die Suche nach "BUAK die 2te" begangen und Bingo! :)
    DANKE
    Traurig nur, dass wie es ausschaut, sind nur Herr DI Robert Peterlik und wir an dem Thema BUAK wirklich interessiert.
    Leute wachet auf!

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