BUAK

Oder warum die Baufirmen diese nicht haben wollen

 

Die BUAK ist die Bauarbeiter Urlaubs und Abfertigungs Kassa und entspringt dem BUAG dem Bauarbeiter Urlaubs und Abfertigungsgesetz aus dem Jahre 1976. Also nicht wie viele Unternehmer denken ein neues Gesetz welches uns da vor einigen Jahren aufgebrummt wurde. Aber was regelt dieses Gesetz und die zugehörige Kassa nun eigentlich? Im Grunde ist das recht einfach, jede Baufirma oder jede Firma welche in oben genannten Gesetz §§2-3 erfasst ist, muss dort für jeden Arbeiter jedes Monat einen Betrag hin überweisen. Somit soll sichergestellt werden, dass die Arbeiter nicht um Abfertigung oder Urlaubsgeld umfallen. Soweit so gut. Im Grunde ja eine nicht so schlechte Idee, gibt es doch immer wieder schwarze Schafe in der Branche, so sagt man zumindest, die einfach nicht zahlen wollen oder können oder noch schlimmer einfach in Konkurs gehen. Naja, hinkt etwas, denn zum einen muss man auf Grund des extrem aufgeblähten Verwaltungsapparates dieser Vereinigung wesentlich mehr hin zahlen als die Arbeiter dann überhaupt raus bekommen und zum andern, kann ich als Unternehmer das Geld nicht einfach auf ein Konto legen und dafür Zinsen kassieren. Gut ist zurzeit eventuell nicht so relevant für Urlaubsgeld aber doch für Abfertigungsgeld welches ich ja grundsätzlich recht langfristig anlegen könnte zu immer noch rentablen Zinsen. Anderseits aus Sicht des Arbeitnehmers, hat dieser die Gewissheit, dass er sein Urlaubsgeld wirklich vor allem und rechtzeitig ausbezahlt bekommt.

 

Ich habe seit wenigen Monaten nun selbst sage und schreibe zwei Mitarbeiter. Anfangs nur 20 Stunden dann Vollzeit also 39 Stunden und zwischendurch auch mal nur einen Mitarbeiter. Da das nicht so einfach ist mit den Mitarbeitern. Siehe unter Anderem den Blogartikel „Odyssee“.

 

Fakt ist, dass die Eingabe bei der BUAK extrem umständlich ist. Zuerst muss ich den Mitarbeiter eingeben. Ok. Dann muss ich jeden Monat eingeben wann er im Urlaub war bzw. wann er krank war. Weiter muss ich Pfändungen des Mitarbeiters bekannt gaben. Dann muss ich das immer jeden Monat bestätigen. Das reicht aber nicht, zusätzlich muss ich auch noch angeben, in einem eigenen Onlineformular, dass er tatsächlich im Urlaub war. Das reicht im ersten Formular nicht denn dann wird nicht ausbezahlt wenn die zweite Meldung fehlt. Diese Bestätigung kann man jedoch nur angeben, wenn man vorher die Gemeindekennzahl angibt und noch ein paar Nummer wie etwa die Beitragskontonummer der GKK. Dort habe ich angerufen und die haben mir doch glatt eine falsche Nummer gesagt.

 

Dann ermittelt die BUAK wie folgt die Beiträge:

 

Urlaub
Der Tageszuschlag, den die/der Arbeitgeber/in pro Arbeitstag zu entrichten hat, wird aufgrund des KV-Lohnes (kollektivvertraglicher Stundenlohn) der/des Arbeitnehmer/in/s seit 01.01.2015 nach folgender Formel berechnet:

 

(KV-Lohn + 20 %) x Faktor
                     5

 

Die Höhe des Faktors richtet sich nach der wöchentlichen Normalarbeitszeit. Mit der Zuschlagsverordnung im BGBl II Nr. 419/2010 wurden durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) folgende Faktoren seit 01.01.2011 festgesetzt:

 

  • bei 40 Stunden ist der Faktor > 11,85
  • bei 39 Stunden ist der Faktor > 11,55
  • bei 38,5 Stunden ist der Faktor > 11,40

 

Zuschläge, die nicht vom Betrieb zu bezahlen sind (Urlaub), werden von der BUAK bezahlt. Details über die genaue Zuschlagsleistung finden Sie hier.

War die/der Arbeitnehmer/in im Akkord oder Leistungslohn (§ 96 Abs. 1 Z. 4 Arbeitsverfassungsgesetz) beschäftigt, ist zur Berechnung des Zuschlages der KV-Lohn, aufgrund einer bestehenden kollektivvertraglichen Akkordvereinbarung, entsprechend aufzuwerten.

 

Neuregelung Lehrlinge ab 01.01.2017
Der Berechnung des Urlaubszuschlages und des Urlaubsentgeltes für Lehrlinge wird nicht mehr der um 20% erhöhte kollektivvertragliche Stundenlohn, sondern ausschließlich der kollektivvertragliche Stundenlohn zu Grunde gelegt.

 

Schichturlaub
Der Zuschlag zum Lohn, der gemäß § 21a  BUAG in Verbindung mit § 21 Abs. 1 und 2 BUAG zur Bestreitung des Aufwandes für die Zusatzurlaubsregelung für Schichtarbeit gemäß § 4b BUAG einschließlich der anteiligen Verwaltungskosten zu entrichten ist, beträgt für eine Anwartschaftswoche das 2,80-fache des um 20% erhöhten kollektivvertraglichen Stundenlohnes gemäß § 21a Abs. 3 und 4 BUAG

 

Der SCHURL-Zuschlag errechnet sich seit 01.01.2014 wie folgt:

 

(KV-Lohn x 1,20) x Faktor
                    5

 

Faktor=2,8

 

Abfertigung
Der Zuschlag, der vom Betrieb eingezahlt wird, muss jährlich überprüft und notfalls verändert werden. Der Tageszuschlag pro ArbeitnehmerIn für die Abfertigung des laufenden Jahres wird nach folgender Formel berechnet:

 

(KV-Lohn + 20 %) x 1,5
                5

 

Alle Zuschläge, die während eines Jahres vom Betrieb an die BUAK gezahlt werden, dienen der Auszahlung der Abfertigungen im laufenden Jahr. Diese Art der Finanzierung nennt man Umlageverfahren.

 

Winterfeiertage
In den Monaten April bis November hat jeder Betrieb, der unter die Winterfeiertagsregelung fällt, einen Tageszuschlag zu bezahlen, der sich wie folgt berechnet:

 

(KV-Lohn + 20 %) x 1,2
                   5

 

Der zur Berechnung notwendige Faktor (aktueller Faktor beträgt 1,2) wird mittels Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz festgelegt.

 

Überbrückungsgeld
Der/die Arbeitgeber/in entrichtet für jede/n Arbeitnehmer/in für alle Beschäftigungswochen ausgenommen Zeiten des Urlaubs einen Zuschlag zum Lohn zur Bestreitung des Aufwandes für das Überbrückungsgeld einschließlich der anteiligen Verwaltungskosten an die BUAK.

 

KV-Lohn  x 1,5
           5

 

SWE Finanzierung
Arbeitnehmer/in und Betrieb zahlen jeweils 0,7 % des Arbeitsverdienstes der/des Arbeitnehmer/in/s (max. 0,7 % der Höchstbemessungsgrundlage) an die Gebietskrankenkasse.
Die Gebietskrankenkasse leitet diesen Betrag an die BUAK weiter. Ergibt sich ein Gebarungsüberschuss oder Gebarungsabgang, wird der Schlechtwetterentschädigungsbeitrag durch Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz entsprechend verändert. Für die Jahre 2007 bis 2016 erhält die BUAK stattdessen einen jährlichen Beitrag aus der Gebarung Arbeitsmarktpolitik.

 

Gewaltig nicht wahr?

 

Ich zahle also dem Mitarbeiter sein Gehalt und die Angaben an den Staat namens Steuern. Und dann darf ich noch an die BUAK mehr bezahlen als der Mitarbeiter im Monat verdient. Um einen aufgeblasenen nutzlosen Verein zu sponsern der nichts anders ist als Staatsnah? Nur weil es ein paar schwarze Schafe gibt? Das ist meines Erachtens nach nur eine pauschale Kriminalisierung aller Bauunternehmen in Österreich.

 

Offensichtlich ist weder dem Gesetzgeber noch den Herrschaften dort bewusst, wer 100% aller Steuergelder generiert! Nämlich nur die Unternehmer. Dieser Verein schickt eine Firma auch gerne mal in Konkurs, nur weil er es kann. Ich kenne Fälle von 800 Euro offenen Forderungen bei der BUAK und keine weiteren Schulden aber Insolvenz.

 

Rücksichtslos und stockdumm sonst nichts. Denn wenn die Firma hin ist kommt kein Geld mehr und auch die Arbeitnehmer stehen auf der Straße. Aber dazu reicht es beim Gesetzgeben wohl nicht. Aber dazu reicht der Verstand des Gesetzgebers wohl nicht.

 

Übrigens noch ein Schmankerl: Die Beiträge werden zwar vorgeschrieben aber nicht zugeschickt. Weder per Mail noch per Post. Wozu auch. Der Unternehmer weiß also gar nicht, dass er und was er zu zahlen hat. Eine Schikane wie ich finde um weitere Insolvenzen gezielt besonders bei jungen Firmen zu provozieren. Gut wenn man dann weiß wo die Vorschreibungen stehen dann kann man sie ja runterladen. Kontonummer steht in diesem Onlinebereich übrigens keine. Wäre ja zu einfach!

 

So ich bin eine kleine Firma habe im Büro 2 Personen und 2 auf der Baustelle also 5 in Summe. Zwei davon sind BUAK pflichtig! Der Rest da Unternehmer oder Angestellte nicht. Der tägliche Aufwand für diese zwei BUAK pflichtigen Personen beträgt rund 1-2 Stunden. Wenn ich nachtelefonieren muss sind das auch gleich mal 2-3 Stunden. Zeit in der ich unproduktiv bin und somit keinen Umsatz generieren kann. Kein Umsatz ist gleichbedeutend mit keinen Steuergeldern. Aber das versteht der Gesetzgeber wieder nicht.

 

Ja ich könnte es auslagern zu einem Steuerberater. Könnte ich wenn ich einen finde der das macht. Denn kaum einer macht das und wenn dann zu horrenden Preisen. Die sich ein kleines Unternehmen wie ich nicht leisten kann.

 

Ich schicke also eine Mitarbeiterin auf Schulung. Die darf ich natürlich auch zahlen denn die BUAK nimmt ja noch nicht genug von uns Bauunternehmern. Der Kurs ist übrigens im Oktober (Erste Anfrage Mai!) bis dahin darf ich raten probieren und versuchen und natürlich Strafe zahlen, wenn es nicht passt!

 

Die Stimmen der Bevölkerung und der Regierung werden immer wieder laut, dass das Bauen in Österreich zu teuer ist. Ja das stimmt, das ist es. Dank der BUAK. Mich wundert es nicht, dass immer mehr ausländische Unternehmen nach Österreich herein arbeiten. Ganz legal sogar. Und diese deutlich günstiger anbieten können als lokale Unternehmen.

 

Ich kann mir das nur so erklären, dass man mit aller Kraft die lokalen Bauunternehmen ruinieren will. Dann bleiben nur noch die Konzerne übrig. Kommt dann TTIP melden wir die Leute nach amerikanischen Recht an. Steuern und Abgaben sowie Versicherung dürfen die Beschäftigten dann selbst abführen. Ja genau, weil die sich auskennen in unserem Sozialstaat. Da werden die Privatinsolvenzen gewaltig steigen. Gut der Abschnitt ist jetzt eventuell leicht überspitzt aber nicht auszuschließen.

 

Bedauerlich auf jeden Fall, wenn damit die regionale und lokale Wertschöpfung zerstört wird und die Arbeitsplätze in der Umgebung abgeschafft werden.

 

Ein Mitarbeiter mit 1600 Euro netto kostet somit im Monat mit allen Angaben rund 4500 - 5000 Euro zzgl. mindestens 12% Zentralregie im Monat! Nur mal so als Denkanstoß warum ein Arbeiter in Regie 38 Euro netto kostet.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

DI Robert Peterlik GmbH

 

Mein Schriftverkehr mit Mag. Kaplan WKO zur BUAG Novelle

 

Sehr geehrter Herr Magister Kaplan,

 

 

 

die Frage ist viel eher wann die Innung mal etwas gegen diesen aufgeblasenen überheblichen Verein unternimmt!

 

Diese Institution bringt kleine Ausführende um und bietet weder Service noch Unterstützung für Unternehmern.

 

Macht man etwas falsch wird man in Konkurs geschickt auch wenn man Zahlungsfähig ist.

 

Denn die BUAK schickt keine Zahlscheine, nicht mal Mails aus man muss selber in diesem Verwirrenden Portal schauen was man zu zahlen hat.

 

Der Tägliche Zeitaufwand liegt bei 60 Minuten für 2 Arbeitnehmer!

 

Wenn man nach Ausbildung Fragt wird man bis zu 6 Monate vertröstet.

 

Zeit in der man aber alles Eingeben muss.

 

Immer mehr Steuerberater weigern sich diese Tätigkeiten zu übernehmen oder verlangen horrende Summen dafür.

 

Dieser Verein ist der Hauptgrund warum unsere heimischen Unternehmen mit den EU Mitbewerbern im eigenen Land nicht mehr konkurrenzfähig sind!

 

 

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

SV Bmstr. Ing. DI(FH) Robert Peterlik MSc

 

geschäftsführender Gesellschafter

 

Mobil: 0664 / 24 42 850

 

pero@perodast.at

 

 

 

Firma       

 

DI Robert Peterlik GmbH            

 

Ein Unternehmen der PERODAST Gruppe   

 

 

 

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Von: Raphael.Kaplan@wkbgld.at [mailto:Raphael.Kaplan@wkbgld.at]
Gesendet: Mittwoch, 23. August 2017 15:58
An: undisclosed-recipients:
Betreff: BUAG-Novelle 2017

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

 

 

anbei übermitteln wir Ihnen ein Informationsschreiben zur BUAG-Novelle 2017 zur Kenntnisnahme/weiteren Verwendung.

 

 

 

 

 

Freundliche Grüße

 

 

 

Ing. DI(FH) Gerhard Köppel

 

Innungsmeister

 

 

 

Mag. Raphael Kaplan

 

Innungsgeschäftsführer

 

 

 

Landesinnung Bau

 

Wirtschaftskammer Burgenland

 

Robert-Graf-Platz 1| 7000 Eisenstadt

 

T 05/90907-3114 | F 0590907-3115

 

E raphael.kaplan@wkbgld.at | W wko.at/bgld

 

 

 

 

 

 

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