Bauträgervertragsgesetz BTVG

 

Früher gab es die Möglichkeit ein Haus zu bauen oder eines zu kaufen, was natürlich auch für eine Wohnung galt. Heutzutage gibt es eine weitere Möglichkeit, welche sowohl den Errichter der Einheit als auch den Übernehmer, also den Kunden, in finanzielle Hinsicht absichert.

 

Dabei handelt es sich um das sogenannte BTVG oder auch Bauträgervertragsgesetz. Nachzulesen ist diese untere anderem auch unter: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10003474

 

Im Grunde lässt ein Bauträger ein Gebäude für Wohnzwecke errichten. Die Kunden die eventuell bereits vor Baubeginn feststellen oder bis zur vorletzten Teilzahlung in einen Bauträgervertrag einsteigen, zahlen nicht an den Bauträger oder an die Firmen, sondern an einen Treuhänder. Dort haben Sie die gesamte Summe zu hinterlegen die für ihr Objekt vertraglich vereinbart wurde. Der Notar oder Rechtsanwalt als Treuhänder, lässt das Geld gegen Untreue und Diebstahl bei der Kammer der Rechtsanwälte versichern. Diese Meldung muss er vorlegen.

 

Aus der Erfahrung wird empfohlen auf diese Meldung oder Versicherung nicht zu verzichten und sich diese auch schriftlich bestätigen zu lassen bzw. eine Kopie anzufordern.

 

Ist das Geld beim Notar hinterlegt kann der Bauträger, dies je nach Baufortschritt abrufen. Diesen Baufortschritt muss jedoch ein externer Sachverständiger oder Ziviltechniker bestätigen. Erst mit der Bestätigung weist der Treuhänder an den Bauträger einen Teilbetrag an. Die Zahlung erfolgt immer im Nachhinein. Somit hat der Bauherr nie das Risiko den Bauträger zu überzahlen. Selbst wenn dieser ausfallen sollte ist sichergestellt, dass keine Überzahlung vorliegt. Ein alternativer Bauträger kann somit in das Projekt einsteigen und fertigstellen.

 

Achtung, dieser Sachverständige ist nicht beauftragt, den Bau zu überwachen! Er stellt ausschließlich fest ob das Soll für die nächste Zahlung laut BTVG Ratenplan erfüllt ist! Er prüft nicht auf Richtigkeit oder Mängelfreiheit. Sollte dies gewünscht sein, muss ein weiterer oder auch dieser Sachverständiger vom Bauherrn damit betraut werden. Die Kosten hat der Bauherr zu tragen.

 

Bei Übergabe wird einerseits der vorletzte Teilbetrag an den Bauträger ausbezahlt, und andererseits beginnt die Mängelfrist zu laufen. Ab dann hat der Übernehmer die Möglichkeit binnen 6 Monaten Mängel zu melden und der Bauträger bzw. die von ihm beauftragten Firmen haben diese zu sanieren. In den anschließenden 1,5 Jahren können ebenfalls vom Übernehmer Mängel gemeldet werden. Er hat jedoch zu beweisen, dass diese bereits bei Übergabe vorhanden waren. Kurz vor Ablauf der zwei Jahre kommt es meist noch zu einer Endbeschauung oder Mängelbeschauung durch den Bauträger. Eventuelle Mängel werden festgehalten. Sind keine vorhanden oder sind diese nichtig bzw. werden diese behoben, wird dies durch den Übernehmer an den Treuhänder gemeldet, dieser bezahlt die letzten 2% des vereinbarten Kaufpreises an den Bauträger aus. Alternativ kann nach Übergabe der Bauträger eine Bankgarantie beim Treuhänder hinterlegen um sofort an diese 2% zu kommen. Dies funktioniert jedoch nur bei der letzten Teilzahlung und nicht bei den vorangegangen Zahlungen.

 

Übrigens fließt die erste Zahlung erst mit Eintragung im Grundbuch, also mit dem Eigentumsvermerk des Übernehmers an seinen Nutzwertanteilen an der Liegenschaft.

 

Für weitere Informationen, sowie als Bauträger oder auch als Sachverständiger stehen wir gerne zur Verfügung.

 

DI Robert Peterlik GmbH

 

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