Bürgermeister oder doch Ortskaiser

 

Vielen Bürgern unserer wunderschönen Marktgemeinde stößt schon lange das Treiben unseres Patriarchen sauer auf. Dennoch wird er von vielen altgedienten Einheimischen immer noch aus traditionellen Gründen gewählt. Weil man es eben immer schon so gemacht hat. Eigentlich schade, denn immer das gleiche aus genanntem Grund zu wählen bringt nicht nur Stillstand sonder sogar Rückschritte.

 

Kennen Sie die Firma XY? Ein seit Jahren im Ort auf der Hauptstraße ansässiges Unternehmen. Unscheinbar aber mit doch 25 Mitarbeitern, die Kommunalsteuer in die heimische Dorfkasse spülen. Besagtes Unternehmen siedelt mit März aus unserem Ort ab. Nicht weil die Zahlen nicht stimmen oder es in anderen Regionen besser wäre. Nein die Firma wandte sich an unseren hochgeschätzten Bürgermeister da sie das Personal am Standort verdoppeln wollten, mit der Bitte er möge doch eine entsprechendes Geschäftslokal auf der Hauptstraße zur Verfügung stellen oder zumindest vorschlagen. Leider, trotz intensiver Anstrengungen des Marktherren wurde kein passendes Lokal gefunden. So fehlen ab März nicht nur von 25 sondern von 50 Personen die Kommunaleinnahmen. Für mich ist diese Situation etwas dubios, gibt es doch Leerstände in der Hauptstraße wie etwa die ein altes Bankgebäude aber auch einiger netter anderer Altbauten zu deren Herr Ortschef gute Beziehungen unterhält. Ich gehe davon aus, dass alles versucht wurde.

 

Kennen Sie noch das ehemalige Gasthaus in der Ortsmitte, dass schon Heuriger danach Pizzeria und Restaurant mit Ungarischen Wurzeln war? Wissen sie was damit passiert ist? Ich kann es Ihnen sagen, ein erfolgreicher gebürtiger Bürger des Ortes hat es gekauft und wollte dort Wohnungen, ein Fitnessstudio und vieles mehr einbauen. Inkl. Aufstockung und Generalisierung des feuchten Bauwerks. Leider benötigt dieser Herr Stellplätze am Eigengrund die er natürlich mangels Zufahrt in den Hof nicht schaffen kann. Eigenartig, die Restaurants brauchten keine Stellplätze und auch so einige andere Lokale auf der Hauptstraße haben nur wie auch dieses Gebäude, die öffentlichen Stellplätze in der Nebenfahrbahn der Hauptstraße. Offensichtlich entscheidet hier die Baubehörde erster Instanz also der Bürgermeister nach nicht nachvollziehbaren und vom Antragsteller abhängigen Gesichtspunkten. Naja eventuell kommt die Auflage ja auch von der Gewerbebehörde der Bezirkshauptamnnschaft. Übrigens hat der Baustopp bei der Gemeinde überhaupt nichts damit zu tun!

 

Wie jedes Jahr am 26 Oktober schwingt der Bürgermeister unserer Marktgemeinde vor versammelten Publikum welches in den meisten Fällen ja e nur auf das gratis Essen danach wartet eine überschwängliche Rede. Die letzten zwei Jahre dominierte die Flüchtlingsthematik diese Rede. Durchaus legitim, betrifft uns diese Thema doch alle. Aber Schade, dass der Grund dieses Feiertages mit keinem Wort erwähnt wurde. 2015 störte das schon so einige eingefleischte ortsansässige Wähler des Redners doch ging es noch gut und im Anschluss wurde gefeiert. Mir persönlich hat es nicht gefallen, dass 40 Minuten nur davon gesprochen wurde, dass man noch mehr Flüchtlinge in den Ort holen müsste. Ich finde hier hätte ruhig auch von den Ureinwohnern unserer Gemeinde gesprochen werden können, oder von den Gründen und  den damit verbundenen Entbehrungen der zu diesem Feiertag geführt hat. 2016 wurde diese Thema einfach nahtlos weitergespannt und um eine Wahlempfehlung für den derzeitigen Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen ergänzt. Subjektiv sage ich dazu, dass sich so etwas nicht gehört. Offensichtlich bin da nicht nur ich dieser Meinung gewesen. Denn trotz gratis Buffet leerte sich der Saal in Windeseile. Der Tenor war eindeutig. Mir ist der Appetit vergangen. Ich spreche hier übrigens über die Personen aller Wählergruppen. Bedauerlich, wenn eine Respektsperson eine derartige Veranstaltung und die damit verbundenen Traditionen derart schändlich missbraucht. Aber immerhin, VdB ist Präsident geworden. Sicherlich mit den paar Stimmen die der werte Herr Bürgermister hier lukriert hat.

 

Wissen Sie eigentlich, dass wir im Ort nicht nur ein Hotel haben das von der GmbH der Gemeinde geführt wird? Nein es gibt auch noch ein weiteres Hotel. Zu Zeiten des alten Pächters ersteren genannten Hotels funktionierte das mit zwei Beherbergungsbetrieben übrigens sehr gut. Nur seit die GmbH der Gemeinde, welche übrigens von einer nahen Vertrauten des Ortskaisers geführt wird, das Hotel nach dem Konkurs des laten Pächters übernommen hat, hat sich das geändert. Da gehen Poststücke seitens der Gemeinde an große Konzerne mit denen interveniert wird dass das Personal doch im somit gemeindeeigenen Hotel schlafen möge. Ein bedauerliches Verhalten, dass wenn ich nicht irre, und ich bin kein Jurist, dem Korruptionsgesetz nicht ganz entsprechen dürfte. Gut war ja nicht das erste Mal aber jetzt ist es Usus seit der alte Pächter weg ist. In diesem Zusammenhang frage ich mich übrigens wie die Werte Dame zu einer Gastronomie und Hotel Konzession gekommen ist. Na gut kann man ja am WIFI machen. Etwas gesunder Wettbewerb hat zwar noch nie jemanden geschadet aber gut. Andererseits ja auch verständlich, gehört das Gebäude ja der Gemeinde. Die Kosten für den Umbau des angeschlossenen Veranstaltungssaals waren gewaltig und müssen nun ja auch wieder refinanziert werden.

 

Der Umbau der Volksschule ist zwar schon einige Zeit her, liegt mir aber immer noch im Magen. Denn 1 Million Euro für eine Klasse, eine Sanierung der Außenhaut und einen zusätzlichen kleinen Raum kommt mir etwas viel vor. Aber gut ich bin ja kein Beamter und sitze ja auch erst seit Kurzem im Gemeinderat somit kann ich mit dem Fachwissen ja nicht auftrumpfen. Aber für alle diese nicht wissen, ich bin von Berufswegen her Baumeister und habe einen akademischen Abschluss in Wirtschaft. Also keine Ahnung eben von solchen Belangen!

 

Aufschließungzone am Ortsrand. Für alle die es nicht wissen. Die Grundstücke gehörten übrigens auch der GmbH der Gemeinde die jetzt das Hotel am Hauptplatz betreibt! Wir durften dort Jahre warten bis wir eine asphaltierte Straße bekommen haben, obwohl wir die Vertraglichen Bedingen dafür bereits erfüllt hatten. Begründet wurde dies durch die Tatsache, dass noch nicht alle Anrainer dort einen Zaun hatten. Gut das haben die fehlenden dann rasch nachgeholt und tatsächlich wurde dann ein Asphalt aufgebracht. Die Höhe der Grundstücke passte dann zwar nicht mehr aber immerhin Asphalt. Auf die Verschleißschicht warten wir übrigens bis heute. Die wird auch nicht mehr kommen. Zuerst wurde der Gehsteig gemacht mit schräg abgeflachten überfahrbaren Randsteinen, die nun eine scharfe Kante von 2 – 3 cm aufwiesen. Eben für die Verschleißschicht. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden dann ewig keine Rasengittersteine für die PKW Abstellflächen verlegt. Begründet durch den Bürgermeister mit der Tatsache, dass diese ja dann 2 – 3 cm über den Asphalt stehen und die Reifen aufschneiden. Bei den Granitsteinen ist es also egal und bei den Betonsteinen nicht? Die Steine wurden dann doch versetzt genau auf die Asphaltkannte. Was für mich als Anrainer nur logisch war, denn Verschleißschicht kommt sicher keine mehr. Denn sämtliche Kanaldeckel wurden ja auf Asphaltoberkante und nicht auf Verschleißschicht Oberkante gesetzt. Übrigens haben wir als Bürger zweiter Klasse die alten Laternen der Hauptstraße bekommen die nur dürftig funktionierten. Denn neue Lampen mit LED gibt es nur dort wo es von der breiten Masse gesehen wird. Abschließend darf ich hierzu noch erwähnen, dass es genaue Richtlinien gab nach den gebaut werden musste als ich dies tat. Flachdächer waren zum Anfang unzulässig und auch sonst gäbe so einiges an Auflagen. Als das letzte Eckgrundstück neben mir nicht verkauft werden konnte, änderte die Gemeinde ohne Befragung der Einwohner einfach die Bebauungsbestimmungen und verkaufte den Fleck einer Genossenschaft was zur Folge hat, dass auf einem Einfamilenhausgrundstück mitten in einer Einfamilenhauswohnstraße nun ein Reihenhausblock steht. Sowas entscheidet die Baubehörde erster Instanz und der Gemeinderat. Eigentlich schade, nicht weil es für mich und meine Familie unangenehm ist, sondern weil es auch die Homogenität unserer Straße zerstört.

 

 

 

Sollten jemanden Ähnlichkeiten zu einer oder mehreren Personen, Orten oder Gebäuden auffallen ist dies reiner Zufall. Diese wahre Begebenheit ist ein Gastkommentar und könnte in jeder beliebigen Ortschaft so vorgekommen sind.

 

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