Bildungsstandard

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Eigentlich geht es im Blog der Firma DI Robert Peterlik GmbH ja um das Bauen und alles drum herum. Dennoch oder vielleicht genau aus diesem Grund habe ich mich entschieden heute das Thema Bildung in Österreich ins Visier zu nehmen.

 

Die Bildung in Österreich ist auf einem Tiefpunkt angekommen. Ende Februar 2016 meinte Frau Bildungsminister Gabriele Heinisch-Hosek, dass die meiner subjektiven Meinung nach desaströse Bildungspolitik nur noch ein „bisschen Diskussionsbedarf“ hätte. Wie gesagt ich sehe dies etwas anders.

 

Insbesondere in technischen Berufen ist und wird die Schulbildung immer schlechter. Ich selbst habe die HTL besucht und muss zugeben, zu meiner Zeit war es eine gute Schule in der man viel lernen musste um durchzukommen. Sehe ich mir heute den Stundenplan an, weiß ich, dass die Absolventen für die Berufswelt „wertlos“ sind, ja sogar Kosten verursachen. Das Bildungsministerium hat nicht nur die Gesamtwochenstunden drastisch gekürzt. Wir hatten bis zu 48 Wochenstunden, heute sind es noch rund 36! Sondern noch dazu die fachlichen Unterrichtseinheiten zu Gunsten der allgemein bildenden Fächer reduziert. In Wahrheit entsteht ein Maturant, der den Wissenstand eines minderwertigen AHS Abschlusses hat. Die Firmen sind somit gezwungen die neuen Mitarbeiter selbst auszubilden. Die neuen Mitarbeiter hingegen sind der Ansicht, denn das wird ihnen ja in der HTL vermittelt, dass sie top ausgebildet sind, sich einen Job aussuchen können, ja sogar die Firmen auf sie schon warten, und haben noch dazu horrende Gehaltsvorstellungen. Unterstützt werden diese Gehaltsvorstellungen übrigens durch die Arbeitnehmervertreter und die Kollektivverträge. Schauen Sie doch mal selbst was ein Mitarbeiter mit HTL Abschluss verdient. Kollektiv Bau Angestellte Einstufung A3 im ersten Jahr. Übrigens nicht vergessen. Netto – brutto – Dienstgeberbeitrag. Ja der kostet schon mal 3000 Euro im Monat. Dafür das er genau nichts kann.

 

Begründet wird dies übrigens auch durch die Zentralmatura. Ein undurchdachtes Unding. Wer auch immer sich diesen völligen Schwachsinn ausgedacht hat, hat doch ernsthaft auf die berufsbildenden höheren Schulen vergessen! Übrigens das Ergebnis der ersten Zentralmatura war nicht zu veröffentlichen und wurde vom Ministerium ja wochenlang geheim gehalten! Bis zu 28% Nichtgenügend stehen da drinnen. Insbesondere bei den berufsbildenden höheren Schulen. Ich denke meine obigen Worte erklären den Grund dafür. Reaktion des Ministeriums: Dann muss man die Matura eben einfacher machen. Gemunkelt wird übrigens, dass es deutlich mehr als 28% waren. Gerne würde ich hier auch noch auf den Pannenlauf dieser gemeinschaftlichen Einheitsübung eingehen, jedoch denke ich dafür benötige ich einen eigenen Artikel. 

 

Der nächste Streich der Ministerin ist die Abschaffung des Sitzenbleibens und der Schulnoten bis 2018. Dann ist es nicht mehr notwendig überhaupt etwas zu lernen. Den Abschluss bekommt man sowieso nach „abgesessener“ Zeit. Hier schließen sich wohl auch die Parallelen zu den hereinströmenden Fachkräften aus dem Ausland wie Syrien. Ich muss mich wirklich fragen, wer in den nächsten Jahrzehnten Fachkräfte ausbilden soll? Und was noch viel wichtiger ist, wer soll gewisse notwendige Jobs bekleiden. Ich denke dabei, aus meiner Fachrichtung z.B. an Statiker, oder im medizinischen Bereich an Ärzte. Wer soll operieren, wenn die Ausbildung dazu zwar vorhanden ist aber für die Tätigkeit nicht ausreicht?

 

Haltet das Volk dumm, dann könnt ihr ihm alles verkaufen. So kommt es mir mittlerweile vor.

 

Apropos dumm! Rund 30% aller 15 Pflichtschulabsolventen sind sogenannte „funktionale“ Analphabeten. Das bedeutet Sie können, wenn überhaupt nicht flüssig und sinnergreifend lesen. Vom Rechnen will ich gar nicht reden.

 

Als Unternehmer würde ich es wirklich begrüßen, wenn die Jugend wieder ordentlich auf die Berufswelt vorbereitet wird. Fachspezifische Bildung ist unumgänglich. Bitte vergessen Sie nicht, dass sich ein Absolvent einer HTL am Tag nach seiner Matura selbstständig machen darf! Die Ausbildung hat er. Was mich gleich zum nächsten Manko unseres Schulsystems bringt. Denn früher hatten wir zumindest das grundlegende technische KnowHow. Auch wenn es ein junger Mensch noch nicht anwenden und nutzen kann ohne entsprechende Praxis. Gefehlt hat uns damals wie auch heute den Absolventen die wirtschaftliche Bildung. Ein Abgänger eine berufsbildenden höheren Schule hat keine Ahnung von Buchhaltung, Steuern, Abgaben, Lohverrechnung, etc. So etwas darf nicht sein. Zumindest die Basics müssen unterrichtet werden.

 

Das Burgenland hat prozentuell die höchste Quote an Maturanten in Österreich. Das Burgenland und insbesondere Herr Landeshauptmann Niessl ist stolz darauf. Komisch, nur ein Jahr später musste der burgenländische Wirtschaftskammerpräsident Ing. Nehmet eine gewisse Frau Magistra Winkler einstellen, die durch die Schulen pilgert und für die Lehre als Berufsweg wirbt. Natürlich gehen sinngemäß die Zahlen der Lehrlinge zurück! Ich frage mich jedoch daher woher sollen die Facharbeiter in Zukunft kommen? Gut das Argument der Eltern, es soll den Kindern ja besser gehen als uns damals, zieht für mich nicht. Ein Facharbeiter, nehmen wir einen Lehrling am Bau, verdient im zweiten Lehrjahr mit 16 Jahren mehr, als ein HTL Absolvent im zweiten Jahr nach der Matura der mindestens schon 20 Jahre dann alt ist. Die Königsklasse am Bau ist der Baumeister. Die Prüfung steht sowohl dem Maurer als auch dem Ingenieur und allen anderen Interessent auch ohne Vorbildung offen. Auch hier ist die Logik der Eltern somit falsch! Gut, es handelt sich um körperliche Arbeit. Nun ja, das stimmt. So ca. 5 Jahre lang. Dann ist der Maurergeselle Partieführer und zu 95% ist es vorbei mit Schleppen und ziehen.

 

Das Gehalt ist also besser. In vielen Fällen bis zur Pension. Die Pension tritt früher ein. Man beginnt in jüngeren Jahren Geld zu verdienen. Und die Meisterprüfung steht allen offen.

 

Es ist bedauerlich, dass hier Geld in die Hand genommen werden muss um die Brotberufe wieder zu fokussieren. Noch bedauerlicher finde ich es in diesem Zusammenhang, dass unsere Bundesregierung allen Ernstes im Winter 2016/2017 dann noch das Gewerberecht aufweichen wollte, um Personen ohne oder mit geringer Bildung Zugang zur Selbstständigkeit in Berufen in denen bis dato eine hoch spezialisierte Ausbildung erforderlich war, zu gewähren.

 

Andererseits woher soll es ein Minister denn wissen, der so etwas bestimmt. In Österreich kann ja theoretisch jeder Minister werden. Ausbildung ist keine erforderlich. Weder überhaupt geschweige denn Fachspezifisch. Wie hätte es denn ansonsten sein können, dass ein Herr Norbert Darabos Verteidigungsminister wird. Der nie gedient hat! Auch suspekt ist mir, wie hoch gebildet unsere Minister sein müssen, dass diese das Ressort wechseln können und sich dort sofort einfinden. Gut Frau Heinsch-Hosek ist immerhin eine Lehrerin, aber meines Erachtens nach hat sie dennoch keine Ahnung von Bildung.

 

Grundsätzlich, versucht der Staat ja die Kinder möglichst früh in seine Fänge zu bekommen. Klingt nach Kommunismus. Ist es wohl auch. Gezielt wird das Kinderbetreuungsgeld hinunter geschraubt, je länger eine Mutter zuhause bleiben möchte. Da ein Einkommen in unserem System meist schon nicht mehr reicht, kommt das Kind mit 1 Jahr bereits in die Kinderkrippe. Ab diesem Moment wird den Kinder in den meisten Schulen nur mehr Schwachsinn beigebracht. Folge dem Staat und es geht uns allen gut. Komisch, warum können dann viel Kinder nicht mitfahren zum Skikurs? Da fehlt den Familien trotz 2 Einkommen das Geld?

 

Unser Bildungs- und politisches Staatssystem züchtet sich also unfähige Jasager heran um die Machtposition und die damit verbundenen Tantiemen möglichst lange halten zu können. Es vergisst jedoch, dass damit das Niveau zuerst im Ausland, Stichwort Export, sinkt und in der Folge auch im Inland die Unternehmen nicht bestehen können.

 

Sinnvolle (Bildungs-)Politik kann nur von der kleinsten Wählergruppe, den Unternehmern gemacht werden. Nur dieser Personenkreis weiß, was für den Nachwuchs erforderlich ist um im Berufsleben bestehen zu können. Aber offensichtlich sind Unternehmer in der Politik eher unerwünscht. Ein tolles Beispiel ist Donald Trump als nunmehr mächtigster Mann der Welt. Er ist den europäischen Politikern und deren verlängertem Arm den Medien ein Dorn im Auge. Die Wahlmänner in den USA haben dies wohl schon begriffen. Die funktionsunfähige EU versucht sich immer noch selbst zu erhalten.

 

Ich bin gespannt ob ich es noch erlebe, dass die Meinung der Generation meiner Eltern fällt bevor es zu spät ist. Damit meine ich die „es soll euch bessergehen als uns“ und natürlich „die Geschichte mit den Nazis hängt uns noch nach, da genieren wir uns noch und lassen uns okkupieren“. Schwachsinn, die Klasse der damaligen Politiker gibt es nicht mehr. Die Gelder für den Wiederaufbau sind nicht nur aufgebraucht, sondern zusätzlich wurden Schulden gemacht um das System so lange wie möglich am Leben zu halten. Jetzt ist kein Geld da für Wohnen, Bildung und Pension. Und die Nazikeule ist das letzte Bollwerk. Da wird jeder der nur ein Wort in Richtung zuwandernde Fachkräfte sagt sofort als Nazi bezeichnet und Österreich knickt schon wieder ein.

 

Die Fachkräfte aus Syrien werden es schon richten und unser marodes Bildungssystem sowie unser Sozialsystem nicht nur retten, sondern grundlegend sanieren. Hochqualifiziert werden sie Hand in Hand mit den top ausgebildeten Maturanten aus Österreich die Wirtschaft ankurbeln, die Steuerkassen füllen du somit die Pensionen vieler weitere Generationen sichern.

 

Jeder der anderen Meinung ist, ist herzlich eingeladen mich eine Woche beruflich am Bau zu begleiten!

 

 

 

 

 

Ihr

 

Baumeister DI(FH) Robert Peterlik MSc

 

GF der DI Robert Peterlik GmbH

 

* Foto Wikipedia

 

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