Wohnbauförderung ja oder nein ?

 

Immer wieder hört man von den Möglichkeiten die eine Wohnbauförderung bieten kann. Abhängig von Werten die niemand versteht, vom Einkommen und von Investitionen in alles nur Erdenkliche beim Bau. Weiter geht es dann mit Begriffen, wie Niedrigenergiehaus, Niedrigstenergiehaus oder Passivhaus.

 

Die Meinungen gehen diesbezüglich weit auseinander. Aber was stimmt nun wirklich? Was wirklich stimmt und dabei ist es egal in welchem Bundesland Sie um Wohnbauförderung ansuchen, wenn Sie nach Bauordnung bauen kommen Sie deutlich billiger als wenn Sie so bauen, dass Sie in den Genuss einer Wohnbauförderung gelangen. Und zwar um so viel billiger im Normalfall, dass Sie die Differenz mit Gas niemals verheizen können! In Ihrem ganzen Leben nicht.

 

Gehen wir einmal davon aus, dass ein Haus in konventioneller Bauweise das der Bauordnung entspricht und für die heutige Zeit schon ausgezeichnete Dämmwerte hat, also vor 10 Jahren noch als Niedrigenergiehaus durchgegangen wäre, netto 1250 Euro / m² kostet und ein Niedrigenergiehaus zumindest 1550 Euro / m² kostet, reden wir von einer Differenz von 300 Euro pro m². Haben sie nun 150 m² förderbare Wohnfläche sind das bereits 45.000 Euro Differenz. Spielt man das Spiel weiter und geht davon aus, dass man im Jahr 2500 Euro Gas für ein Standard Haus benötigt klingt das viel. Rechnet man aber weiter und geht davon aus, dass man für ein Niedrigenergiehaus im Jahr 1500 Euro an Strom zum Heizen benötigt sieht die Situation schon wieder anders aus. 45 Jahre könne Sie zurzeit Heizen bis sie gleichziehen.

 

Noch drastischer sieht die Situation aus, wenn man auf ein Passivhaus greift. Gehen wir wieder von unserem Beispiel aus. 1250 Euro / m²für ein Standardhaus und 1850 Euro / m²für ein Passivhaus. Was schon relativ tief gestapelt ist. Vorsicht, ein Passivhaus braucht auch Energie. Nur unter Idealbedingungen benötig es keine zusätzliche Heizkraft. Rechnen wir mit 500 Euro im Jahr. In unserem Beispiel haben wir Mehrkosten im Bezug auf die Anschaffung von 600 Euro /m² oder eben bei 150 m² von 90.000 Euro! Gut, die Differenz im Jahr bei den Heizkosten beträgt 2000 Euro. Wieder heizen Sie 45 Jahre bis Sie die Kosten eingespielt haben. Aber Achtung, bei solchen Häusern haben Sie noch weitere versteckte Kosten. Die erforderliche kontrollierte Wohnraumbelüftung muss alle 5 Jahre gewartet werden. Kostenpunkt wenn man es ordentlich macht 3000 Euro x 9 Wartungen sind 27.000 Euro in 45 Jahren. Dann noch die PV Anlage.  Die ist nach 20 Jahren zur Hälfte blind. Somit sinkt die Energieerzeugung kontinuierlich jedes Jahr ab und nach 20 Jahren habe ich nur noch 50% und das Paneel ist zu erneuern. Amortisiert hat es sich jedoch noch nicht. Nicht das ich eine PV Anlage schlecht reden möchte, aber die Technik die in Österreich und der EU zugelassen ist, ist einfach noch nicht so weit. Anders würde es sich bei Anlagen aus dem asiatischen Raum verhalten. Ich denke dabei z.B. an sogenannte Sprühanlagen welche direkt auf das Dach aufgesprüht werden. Fehlstellungen können mittels Widerstandsmessung ausgemacht und einfach nachgesprüht werden.

 

Ein wichtiger Aspekt ist die sogenannte speicherwirksame Masse! Im Grunde ganz einfach. Denn desto schwerer das Haus desto mehr speicherwirksame Masse. Das ist auch einer der Gründe warum in den vergangenen Jahrhunderten die Wände so dick gebaut wurden. Ein weiterer war die Statik. Das funktioniert übrigens sehr einfach. IM Gebäude wird geheizt. Ziegel und Beton speichern die Wärme und geben diese auch wieder an den Raum ab. Was nicht nur Heizkosten spart sondern auch ein gesundes Raumklima erzeugt. Natürlich muss man auch dafür sorgen, dass die schweren Baustoffe von außen im Winter nicht auskühlen. Da macht man nach wie vor mit einer konventionellen Wärmedämmung. Das Verhältnis lässt sich übrigens berechnen und nachweisen. Sie können davon ausgehen, dass es zielführender ist eine Ziegelwand mit 30 bis 38 cm und einer Dämmung von 8 bis 12 cm vorzusehen als eine 20er Ziegelwand mit 20 cm Dämmung. Natürlich erklären uns die Förderstellen etwas ganz anderes. Was sicherlich auch am Lobbying der produzierenden Konzerne liegt. Die haben Mitarbeiter in den Ausschüssen der Kammer, der OIB, des Normeninstitutes usw. Plätze an denen nur bedingt Unternehmer und Anwender sitzen. Die haben meist keine Zeit dafür und wie im Normenausschuss auch kein Interesse dafür zahlen zu müssen um dort mitreden zu dürfen. Was ich persönlich übrigens als Sauerei bezeichne.

 

Ein Holzriegelhaus kann somit niemals speicherwirksame Masse haben. Bzw. nur in sehr geringen Ausmaß. Anstelle von schweren Ziegeln werden leichte Fachwerkskonstruktionen aus Holz verwendet, welche mit Mineralwolle gefüllt werden. Der Dämmwert ist übrigens top! Sie bekommen auch eine super Förderung. Aber sie heizen mehr als bei einem baugleichen Haus mit massiver Bauweise.

 

Wenn Sie mich also um meine fachliche Meinung fragen, muss ich Ihnen sagen, verzichten Sie auf die Förderung. Bauen sie konventionell.

 

Natürlich gibt es Ausnahmen, insbesondere Familien mit vielen Kindern kommen in den Genuss von sehr hohen Förderungen. Aber bitte vergessen Sie nicht, eine Förderung wird Ihnen nicht geschenkt! Es ist lediglich ein Kredit der auch im Grundbuch als Belastung eingetragen wird und somit ihre Bonität einengt! Also nichts anderes als ein Darlehen. Und wie jedes Darlehen muss auch dieses mit Zinsen zurückbezahlt werden. Ja es ist sehr günstig verzinst, aber wenn Sie entsprechend verhandeln bekommen Sie günstige Zinsen zurzeit auch bei einer Bank. Immer abhängig von Ihrer persönlichen Bonität. Hierzu ist anzumerken, dass Sie ein Förderdarlehen auch nur mit entsprechender Bonität oder mit einem Bürgen bekommen. Vorteil des Bankdarlehens. Sie bestimmen die Höhe, die Laufzeit, verhandeln die Zinsen und können ggf. früher auszahlen. Dies geht übrigens zurzeit nicht mehr bei Förderungen.

 

 

 

Auch wenn ich gegen mein eigenes Business spreche, da dadurch natürlich Umsätze generiert werden können und in der Folge Gewinne zu lukrieren sind, sage ich Ihnen verzichten Sie aus ökonomischer Sicht auf eine Förderung.

 

Übrigens auch aus ökologischer Sicht! Denn die Haltbarkeit von WDVS also Wärmedämmfassaden aus EPS (Styropor) haben eine Haltbarkeit von 35 Jahren. Danach ist fraglich ob Sie noch eine Dämmwirkung aufweisen. Jetzt kommt die Entsorgung der ersten Fassaden auf uns zu. Gratis holt Ihnen niemand mehr Altdämmung ab. Sie zahlen bereits für die Entsorgung und zwar nicht weniger als für die Errichtung! Ebenfalls ein Kostenfaktor der zu berücksichtigen ist. Die Entsorgung des weißen Goldes oder besser gesagt des Sondermülls.

 

Gut ich habe oben selbst, zwar von dünnen, aber von EPS Fassaden gesprochen die zu verarbeiten sind. Denn leider sind die Alternativen nur bedingt als brauchbar anzusehen. Weiche Dämmungen fallen zusammen und bilden Hotspots. Ungedämmte Punkte. Alternativen die brauchbar sind sind überaus dünn gesät und überaus kostenintensiv. Wie eben von der Industrie gewollt.

 

Gerne beraten wir Sie im Bezug auf eine entsprechende Dämmung ihres Hauses und erstellen auch entsprechende Berechnungen als Nachweis im Bezug auf U-Werte, Heizbedarf, speicherwirksame Masse und sommerliche Überwärmung. Übrigens ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Dämmung und speicherwirksamer Masse sorgt auch im Winter für einen kühlen Raum. Insbesondere wenn die Fassadenfarbe einen entsprechenden Hellbezugswert aufweist also sehr hell gestaltet ist nachts entsprechend gelüftet wird.

 

Abschließend möchte ich noch festhalten, dass eine Bauweise die nicht förderwürdig ist nicht automatisch den Einsatz einer alternativen Heizung ausschließt! Eine Wärmepumpe ist durchaus sinnvoll und ökonomisch bei hoher speicherwirksamer Masse. Denn derartige Heizungen sind sogenannte Niedertemperaturheizungen und benötigen entsprechende schwere Baustoffe um einen zweckerfüllten Nutzungsgrad zu erreichen. 

 

Wie gesagt wir beraten gerne.

 

DI Robert Peterlik GmbH

 

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