Bau KG live!

 

In einem vorangegangenen Artikel, habe ich das BauKG im Sinne des Bauarbeiterkoordinationsgesetzes aus fachlicher Sicht erklärt. Nachzulesen in meinem E-Book aus Amazon. Heute mein ein klassisches Beispiel.

 

Ich wurde seitens einer namhaften Baufirma im Dezember 2016 beauftragt als Baukoordinator aufzutreten. Die Baustelle ist zwar westlich von Wien und die Fahrtzeit ist beträchtlich aber, dennoch ein guter Auftrag. Also ging es los. Der zuständige Projektleiter im Sinne des BauKG, also nicht der Bauleiter der Firma sondern der Vertreter des Bauherrn, hatte bereits die ersten Schwierigkeiten mir die erforderlichen Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Zum Glück verfügt die Baufirma über einen braven jungen Techniker, der sein möglichstes tat mir die Unterlagen entsprechend zur Verfügung zu bringen. Meine Frage nach dem PlanungsKG wurde übrigens nur mit großen Augen und offenem Mund beantwortet. Obwohl es sich um ein Großprojekt handelt, welches von einem Architekten geplant wurde und welches über einen erfahrenen Projektleiter samt Vertreter verfügt und es im Gesetz verankert ist, gibt es kein PlanungsKG. Auch gut. Daraufhin habe ich die Unterlagen entwickelt, die Meldung bei der BUAG (Bauarbeiter Urlaubs- und Abfertigungskassa) gemacht und die SiGe Mappe auf die Baustelle gebracht. Dort angekommen habe ich den Polier der Baufirma evaluiert und diesem alten Fuchs erklärt worum es beim BauKG geht. Anfangs kam mir noch vor als verstünde er worum es geht aber im Laufe des Gesprächs änderte sich meine Meinung drastisch. Im Zuge dieser ersten Begehung im Dezember 2016 habe ich auch die Mängel aufgenommen und zurück im Büro das erste Protokoll verfasst. Die Mängel waren verehrend. Insbesondere auf Grund der Tatsache, dass die Baustelle ohne PlanungsKG begonnen wurde und der Baukoordinator erst vier Wochen nach Baubeginn bestellt wurde. Mühsam stellte ich das Protokoll samt Fotodokumentation zusammen und um den Polier etwas unter die Arme zu greifen, gab es auch noch ein paar Infobroschüren der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt).

 

Das Protokoll habe ich dann dem Projektleiter übermittelt. Mit der Bitte um Verteilung an alle Projektbeteiligten. Der war da wohl schon im Urlaub. Auf jeden Fall bekam ich etwa 2 Wochen später ein Mail mit der Bitte um Abänderung des Protokolls, welches immer noch nicht verteilt wurde. Naja gut, gewisse Punkte, wie etwa Funktionen der Beteiligten ändere ich gern bzw. stelle ich auch gern mal richtig. Was nicht geht ist die Abänderung oder das weglassen von Punkten. Offensichtlich hatte der Projektleiter noch weniger Ahnung von der Tragweite des Bauarbeiterkoordinationsgesetzes als der Polier. Mir stellten sich da zwischen Weihnachten du Silvester die Nackenhaare auf. Ich änderte was ich vertreten konnte und suchte anschließend das Gespräch mit dem Bauleiter der Baufirma (Bauführer). Der übrigens ausgesprochen auf Zack ist und absolut verstand worum es da geht. Die ersten beiden Januarwochen verliefen auf Grund arktischer Temperaturen relativ ruhig. Ein Besuch am 9.1.2017 bei dem nur der Polier anwesend war und alles prüfte war schon alles.

 

In der dritten Woche bekam ich dann einen Anruf, dass trotz erheblicher Minusgrade gearbeitet wird und ein Teil der Unterfangung eingestürzt war. Mitgeteilt wurde mir, dass die Baupolizei an Ort und Stelle war, der Statiker gerufen wurde und Sofortmaßnahmen bis halb zwei Uhr in der Früh gesetzt wurden. Gut, daraufhin bin ich am nächsten Nachmittag auch mal in meiner Funktion da hin gefahren. Eilig hatte ich es ja nicht, denn wären Personen in Gefahr gewesen hätte man mich ja mitten in der Nacht aufgeweckt und auf die Baustelle zitiert.

 

Dort angekommen, erwartete mich eine Überraschung nach der anderen. Zuerst mal wurde klamm heimlich der Polier ausgetauscht. Den durfte ich mal evaluieren und neuerlich erklären worum es geht und was er zu tun hat. Anschließend verweis ich auf die beiden vorangegangenen Protokolle, welche er natürlich nicht kannte. Interessanter weise, wurde in der Folge fast alles was sich bekrittelt hatte adaptiert. Dies Stellte ich beim meinem ersten Januarbesuch fest. Durch den Polierwechsel, wurde aber wieder alles verändert um nicht zu sagen Rückentwickelt.

 

Dementsprechend sieht das Protokoll des dritten Besuchs dem des ersten Besuchs sehr ähnlich. Nur der Name der Ansprechperson auf der Baustelle hat sich geändert. Mit dem Techniker der Baufirma wurde dies übrigens auch besprochen. Nur den Projektleiter finde ich nicht. Das Protokoll hat er bekommen. Ich gehe davon aus, dass ich wieder zwei Wochen später Abänderungswünsche bekommen. Tja darum habe ich einen Termin gleich reingeschrieben für die nächste Begutachtung. Hoffe das hilft zumindest so viel, dass dann Helme vom Baupersonal getragen werden wenn ich komme!

 

Übrigens betreffend der Gefährdung der Bewohner des Nachbargebäudes wegen der es den Aufschrei der Baupolizei gab, konnte ich am Tag nach dem Nachteinsatz nicht wirklich etwas Feststelen. Aber mir wurde zugetragen, dass es sich nicht um die Baupolizei sondern um den Bauamtsdirektor gehandelt hat. Eventuell wollte sich da nur ein alternder Beamter profilieren. Aber ich will diesbezüglich nichts unterstellen.

 

Gespannt bin ich, ob bei der Nächsten Begehung, welche nun ja sogar terminlich angekündigt wurde, zumindest die Helmpflicht eingehalten wird. Weiter bin ich gespannt, ob der wichtige Bauamtsdirektor noch auf die Idee kommt den Koordinator heranzuziehen und den zur Sau zu machen. Würde mich sehr darüber freuen. Denn offensichtlich hat auch der keine Ahnung von Gesetzen und Richtlinien sowie Aufgabebereichen.

 

Gerne halte ich sie weiter auf dem Laufenden. Wer neben meine geistigen Ergüssen zu diesem Thema welche ihr in meinem E-Book findet weitere Infos will, kann sich Fachliteratur besorgen. (Siehe Link unten zu Amazon) oder mich fragen.

 

Übrigens sollten Sie auf Grund dieser Nacherzählung Interesse an den Leistungen eines Koordinators habeneinfach bei uns im Unternehmen anfragen. Ab 2% der Bausumme (je nach Projekt) sind sie dabei!

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

DI Robert Peterlik GmbH

 

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