Skandal in der Baubranche! Baufirmen zahlen keine Umsatzsteuer.

 

Das ist übrigens korrekt und absolut legal. Aber nur im B to B (Business to Business) Bereich und auch dann nur wenn es sich um Bauleistungen handelt. Die Basis dafür bietet der §19 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) welcher unter https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10004873 nachzulesen ist.

 

Im Grunde ist es relativ einfach, eine Baufirma oder eine Firma aus dem Baunebengewerbe wie einen Elektriker, ein Estrichleger oder ein Bauspengler, stellen einer anderen Baufirma eine Rechnung über erbrachte Leistungen mit oder ohne Materialanteil. Diese Rechnung wird laut §19 UStG ohne Umsatzsteuer also netto gestellt. Der Rechnungsempfänger kann somit aber auch keine Vorsteuer geltend machen. Stellt er nun eine Rechnung an seinen Kunden, ist diese mit Umsatzsteuer zu stellen. Der Kunde hat mit Steuer zu zahlen und die Firma hat die USt. abzuführen.

 

Handelt es sich um eine reine Materiallieferung, gilt dies nicht. Dann wird die Rechnung mit Umsatzsteuer gestellt. Die Baufirma muss diese auch bezahlen, kann Sie jedoch als Vorsteuer geltend machen und mit der an den Endkunden verrechneten Steuer gegenrechnen. Sinngemäß gilt dies auch für sonstige Leitungen welche nicht als Bauleistung definiert sind. Dazu zählen z.B. auch Planungsleistungen und sonstige Dienstleistungen.

 

Im Privatbereich gibt es diese Rechenübung übrigens nicht. Stellt Ihnen ein Unternehmen eine Rechnung ohne Umsatzsteuer handelt es sich entweder um Schwarzarbeit oder um die sogenannte Kleinstunternehmerregelung. Firmen welche dieser Regelung unterliegen habe eine Umsatzgrenze von 36.000 Euro Jahresumsatz. Sie sind nicht vorsteuerabzugsberechtigt und dürfen daher auch keine Umsatzsteuer verrechnen. Was so nicht ganz stimmt. Den im ausgewiesenen Preis, ist die Umsatzsteuer enthalten. Sie wird nur nicht extra ausgewiesen. Der Empfänger, unabhängig ob Firma oder Privatperson, kann somit zwar die gesamte Summe als Aufwand verbuchen, jedoch nicht die USt abschreiben. Der Kleinstunternehmer kauft seine Leistungen jedoch mit USt ein und muss die 20% daher auf seine Preise aufschlagen und kann die USt nicht im Zuge der Vorsteuer geltend machen.

 

Einen Sonderfall gibt es auch noch, dieser kommt jedoch eher bei Bauträgern und nicht bei Bauunternehmen vor. Dabei handelt es sich um die sogenannte Steueroptionierung. Im Grunde nichts anderes als die Kleinstunternehmerregelung jedoch ohne definierte Jahresumsatzobergrenze.

 

Für weitere Informationen schlage ich vor sich mit dem Steuerberater ihres Vertrauens in Verbindung zu setzen oder einfach mit einem Baumeister darüber zu plaudern. Weiterführende Informationen erhalten Sie auch auf der Homepage der Wirtschaftskammer unter https://www.wko.at/Content.Node/Service/Steuern/Umsatzsteuer/Geschaeftsbeziehungen-mit-Auslandsbezug---EU/Reverse-Charge---Umkehr-der-Steuerschuld.html

 

Mit freundlichen Grüßen

 

DI Robert Peterlik GmbH

 

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